Zu Gast in Limas – Eine Reise im Zeichen der Freundschaft
Zwei Tage voller Herzlichkeit, Kultur und kulinarischer Genüsse: Unsere Reise nach Limas im französischen Beaujolais bot beeindruckende Begegnungen, gelebte Partnerschaft und unvergessliche Momente – ein Erlebnis, das zeigt, wie lebendig europäische Freundschaft sein kann.
2. Mai – Abfahrt 7 Uhr.
Unser Busfahrer Wolfgang bringt uns mit drei Pausen sicher an unser Ziel. Ankunft um 16:00 Uhr, untergebracht sind wir in einem sehr netten kleinen Hotel in Villefranche.
Wir wurden dort sehr herzlich von Gilles Pariot und seiner Frau Véronique Pariot empfangen. Nach einer kurzen Pause zum Beine vertreten und Akklimatisieren folgte ein ungezwungener Empfang am „Place de Mieming“ sowie im Gemeindehaus von Limas.
Ein Aufenthaltsraum der Gemeinde wurde von den Kindern der Ganztagsbetreuung liebevoll mit Papierblumen geschmückt und wir wurden mit traditionellen Quiches und Tartes - in süßer und herzhafter Variante - verwöhnt.
Schon bei der Ankunft fiel uns die sichtbare Präsenz der Partnerschaft Limas-Mieming auf: Es gibt einen „Mieming-Platz“, zwei Schilder zur Partnerschaft Limas-Mieming sowie ein Straßenschild mit entsprechendem Hinweis. Neben dem kulinarischen Empfang wurden wir auch musikalisch willkommen geheißen: Ein Saxophon-Ensemble des Konservatoriums Limas-Villefranche hieß uns willkommen. Besonders beeindruckt waren wir, als wir sahen, dass auf ihren T-Shirts das Mieminger Logo aufgenäht war - sehr zur Freude unseres Kulturreferenten Stefan Pickelmann. Schon an diesem Abend fielen die Sprachbarrieren. Unsere Gastgeber waren wie immer sehr bemüht, Deutsch zu sprechen - mit Hilfe von Google Übersetzer, einigen Vokabeln aus der Schulzeit und vor allem der Unterstützung unserer Übersetzerin Anne-Sophie konnten auch wir uns sehr gut verständigen. Der Abend war geprägt von Gesprächen über die lebendige Partnerschaft - und es wurden bereits konkrete Pläne geschmiedet, den Austausch in Zukunft noch intensiver und regelmäßiger zu gestalten.
3. Mai – Besuch von Limas und Umgebung
Der Tag war von unseren Gastgebern liebevoll und sorgfältig organisiert – und trotz des vollen Programms konnten wir alles ganz entspannt und ohne Hektik genießen. Treffpunkt war erneut der „Place de Mieming“, wo gerade ein kleiner Markt stattfand. Es herrschte eine gemütliche, ländliche Atmosphäre. Das imposante Gemeindegebäude von 1869 wurde aus heimischem Gestein errichtet, das im Abendlicht einen goldenen Schimmer zeigt. Uns wurde berichtet, dass dieses Gestein heute wieder vermehrt bei Neubauten verwendet wird. Durch einen sauber gestalteten Park – in dem auch zwei Bäume aus Mieming stehen – gelangten wir zum Bildungs- und Betreuungsareal von Limas. Gilles Pariot und Pascal Girin führten uns über das Gelände. Unser Bürgermeister und Vizebürgermeister zeigten sich sehr beeindruckt von der Sauberkeit und der idealen geografischen Lage der Einrichtungen. Von der Kleinkinder-Krabbelstube (Micro-Crèche), für Kinder ab 2 Monate bis 3 Jahre - über den Kindergarten bis zur Volksschule befinden sich alle Bildungsstätten auf einem Areal. Auch die Notwendigkeit und der Ablauf der Ganztagsschule – teilweise von der Gemeinde mitfinanziert – wurden uns erklärt.
Limas bietet Platz für 150 Kindergartenkinder und 250 Volksschüler in zwei Einrichtungen. Anders als in Österreich beginnt die Schulpflicht für Kinder bereits mit 3 Jahren. Die Mittelschüler besuchen ebenfalls zwei weiterführende Schulen. Zusätzlich befinden sich auf dem Gelände eine Musikschule und die öffentliche Bücherei, die auch als Veranstaltungsort genutzt wird.
Zurück im Gemeindehaus wurden wir vom Bürgermeister empfangen, der uns durch das Gebäude führte – inklusive eines kleinen Scherzes im Standesamt, bei dem Martin und Daniela Kapeller symbolisch erneut getraut wurden. Dabei lernten wir einen örtlichen Brauch kennen: Bei einer Trauung muss die Seitentüre offenstehen – sonst gilt die Eheschließung als ungültig. Vom ersten Stock des Gemeindehauses aus konnten wir bereits die Hügel des Beaujolais erblicken, die wir am Nachmittag besuchen sollten. Vorbei an großen, von 18 Gemeinden gemeinsam betriebenen Sportanlagen, fuhren wir entlang der „Route du[DAS1] Beaujolais“ zur charmanten Einkehr „Clochemerle["
Dort erwarteten uns eine Akkordeonspielerin, ein herrlicher Ausblick auf die hügelige Landschaft, eine kleine Jause und Wein aus der Region (Beaujolais-Village). Ein rundum gelungener Stopp.
Anschließend ging es weiter zu einer kleinen Wallfahrtskirche, die schützend über den Weinbergen thront.
Der Abend – eine große Überraschung
Beim offiziellen Empfang wurden[DAS3] die Partnerschaft und Freundschaft zwischen Limas und Mieming von beiden Bürgermeistern besonders hervorgehoben und die Fortführung feierlich zugesichert.
Martin informierte die Anwesenden, dass zur Fortführung der Partnerschaft ein eigenes Komitee gegründet wurde – Anne-Sophie bildet mit vier weiteren Personen (Bernadette Kohl, Angelika Neuner, Maria Thurnwalder und Georg Gasser) das Kernteam. Außerdem kündigte Martin an, dass wir im Dezember (5.12 – 8.12.) gemeinsam mit dem Chor „Chorona“ und weiteren Interessierten zum Adventmarkt nach Limas zurückkehren werden.
Nach einem Aperitif wurden wir in ein Gewölbe unter dem Gemeindehaus geführt – zur großen Überraschung:
Martin, Stefan und Anne-Sophie wurden in einer feierlichen Zeremonie in die Weinbruderschaft des Beaujolais aufgenommen.
Für sie wurde das 232. Kapitel eröffnet. Die Mitglieder legten folgenden Schwur ab:
„Es verpflichtet mich vor dem Heiligen Vincenz, mich treu und offen zu verhalten...
Meine Pflicht ist: Mein Land zu lieben. An der Aufrechterhaltung seiner Tradition der Gastfreundschaft, Weisheit und guter Laune zu arbeiten.
Die Schönheit der Beaujolais … bekannt zu machen, Zeugen seiner Vergangenheit zu bewahren … die Reben zu schätzen …
Schließlich die harte Arbeit der Winzer zu ehren, die durch ihre Tapferkeit den Wohlstand und den Ruhm des Landes Beaujolais ausmachen.“
Der festliche Abend fand seinen Abschluss in einem sehr stilvollen Galaabend mit einem 5-Gänge-Menü und wurde in herzlicher Atmosphäre beendet.
4. Mai – Heimreise
Wie erwartet wurden wir erneut mit großer Herzlichkeit verabschiedet – begleitet von einem kleinen Komitee und einem liebevoll vorbereiteten Brunch. Bestens ausgestattet mit einer französischen Jause traten wir die Heimreise an. Mitgenommen haben wir nicht nur guten Wein aus der Region, sondern auch viele Herzlichkeiten – und die Erkenntnis, dass (auch dank Google) Sprachbarrieren leicht überwindbar sind.
Limas und die Region Beaujolais mit seinen Menschen sind definitiv eine Reise wert.
Wer für diesen Sommer eine Reise nach Frankreich – vielleicht sogar ins Beaujolais – plant, kann sich gerne bei Anne-Sophie Tipps holen.
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